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Bürgerbegehren zum Schützenhaus?

Bocholt. Langsam wird’s eng für die Pläne der Bürgerstiftung. Dieser Eindruck drängt sich dem Betrachter der Informationsveranstaltung am vergangenen Dienstag in der „Glocke“ auf, bei der die Bürgerstiftung den aktuellen Sachstand zum Thema Renovierung des Schützenhauses erläuterte. Hintergründe, Infos und Kommentar finden Sie unserer Ausagbe 20. Juli (E-Paper).

Eine Projektgruppe aus der Bocholter Pfarrei St. Josef hat ein ISK erarbeitet, das nun in Kraft ist (von links): Pfarrer Andreas Hagemann, Claudia Schmeink, Vanessa Bücker, Heike Gießing, Marion Geuting, Jutta Rademacher, Sabine Frieg, Carolin Benning. Nicht im Bild sind Daniel Peltzer und Petra van Bruck Hahn.  Foto: Pfarrei St. Josef

 

Bocholter Pfarrei erstellt Schutzkonzept

Bocholt (pbm/gun). Der Schutz von Kindern und Jugendlichen steht für die Bocholter Pfarrei St. Josef an oberster Stelle. Mit dem Institutionellen Schutzkonzept, kurz ISK, wollen sie ein weiteres deutliches Zeichen setzen. Die Schutzkonzepte, die alle Pfarreien des Bistums Münster erstellen, sollen Maßnahmen festlegen, die das Risiko sexualisierter Gewalt in den kirchlichen Einrichtungen vor Ort senken.

Im Frühjahr 2018 hatten sich Pastoralreferentin Vanessa Bücker und Pfarrer Andreas Hagemann mit weiteren Haupt- und Ehrenamtliche aus St. Josef, darunter Vertreter von Kirchenvorstand und Pfarreirat sowie der katholischen Kindertageseinrichtungen und der kirchlichen Jugendgruppen, erstmals zusammengesetzt. Begleitet und beraten wurden die Mitglieder der Projektgruppe bei der Erstellung des ISK von der damaligen regionalen Präventionsfachkraft für das Kreisdekanat Borken, Yvonne Rutz. Gemeinsam haben sie eine Reihe von Regeln zur Gestaltung von Nähe und Distanz, Sprache und Wortwahl zum Schutz von Kindern und Jugendlichen gegen sexualisierte Gewalt erarbeitet. Mit Leitfäden und Beschwerdewegen sollen Haupt- und Ehrenamtliche außerdem handlungssicher und sprachfähig gemacht werden, um künftig Betroffenen von Grenzverletzungen zur Seite zu stehen und sie unterstützen zu können.

„Auf dem Papier haben wir den Verhaltenskodex allgemein gehalten, in den einzelnen Gruppen werden wir die Regeln runterbrechen, konkretisieren und genauer besprechen“, erklärt Vanessa Bücker die nächsten Schritte. Mit dem ISK solle eine Kultur der Achtsamkeit gefördert und das klare Signal ausgesendet werden, dass grenzverletzendes Verhalten und sexualisierte Gewalt nicht tabuisiert werden. „Zum einen sollen Haupt- und Ehrenamtliche vor Ort für die Themen sensibilisiert werden, zum anderen soll für potenzielle Täter der Einstieg in unser System möglichst unmöglich sein“, beschreibt Vanessa Bücker das Ziel. In dem Prozess ist die Projektgruppe auch zu dem Ergebnis gekommen, dass die Präventionsschulungen gut angenommen werden, es aber weitergehen soll: „Wir wollen auf jeden Fall Aufbauschulungen vor Ort anbieten.“

Leitgedanke während des Prozesses sei gewesen, dass das Konzept in der Praxis funktioniere und damit gearbeitet werde. „Es soll nichts für die Schublade sein, sondern von uns gelebt werden“, ergänzt Vanessa Bücker und zählt Gruppierungen wie Messdiener, Pfadfinder, Katecheten der Erstkommunion und Firmung und die Verantwortlichen der Ferienfreizeiten sowie den Kids-Treff auf.

Wichtig ist der Projektgruppe aus St. Josef auch, dass neben den Präventionsmaßnahmen für Erwachsene, die mit Kindern und Jugendlichen in der Pfarrei Kontakt haben, die Kinder und Jugendlichen selbst stark gemacht werden. Deshalb beteiligt sich die Pfarrei auch an einer wissenschaftlichen Arbeit zu diesem Thema.

Nachdem der Kirchenvorstand das ISK in dieser Woche abgesegnet hat, tritt es in Kraft. Das Schutzkonzept soll unter anderem auf der Internetseite von St. Josef unter www.st-josef-bocholt.de veröffentlicht werden.

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