Report Verlags GmbH · Jägerstraße 1 · 46395 Bocholt · Tel. +49-(0)2871-2598-0 · zentrale@bocholter-report.de
Report Verlags GmbH · Jägerstraße 1 · 46395 Bocholt · Tel. +49-(0)2871-2598-0 · zentrale@bocholter-report.de

Bitte Einzelzimmer mit VP

• Mala kam mit nur 150 gr Gewicht in die „Heltensche Pflegepension“, inzwischen wiegt der stachelige Wonneproppen 500 gr. Über den Winter kann Mala es sich noch gemütlich machen, im Frühjahr geht’s wieder in die freie Natur. (Foto: Frentzen)

Von Gabi Frentzen

 

Bocholt. Angelika Helten öffnet den Käfig, hebt vorsichtig das Dach des eigens gebauten „Bungalows“  und holt vorsichtig ein Igelchen hervor. Der Name: Mala. Geburtsort: Gescher. Gefunden mit einem Gewicht von knapp 150 Gramm. Im Oktober hat Mala bei der Bocholterin „eingecheckt“, wohnt in einer Dreier-WG. Mit Vollpension. Versteht sich. Im Garten aber gibt es noch drei Einzelzimmer, die ebenfalls belegt sind. Mit im Service: Tägliche Raumpflege. Die ist auch nötig, denn Igel sind kleine Schweinchen...
Angelika Helten macht das nichts aus. Vor zwei Jahren habe sie selbst einen jungen Igel gefunden, der ohne Hilfe den Winter nicht überlebt hätte und ihm vorübergehend ein Zuhause gegeben, berichtet sie. Im nächsten Jahr sei wieder einer „dahergekommen“.  „Ich habe mich also mit Igeln auseinandergesetzt, viel gelesen, mich informiert und in diesem Jahr dann entschieden, offziell als Igelpflegestelle gelistet zu sein“, berichtet die Bocholterin.

Mit Mala belegen Lisa und Mucki den Dreier-Bungalow. „Mucki ist eher ein Arbeitstitel“, lacht Angelika Helten. „Der ist eigen, rollt sich gerne ein, ich weiß immer noch nicht, ob es ein weiblicher oder männlicher Igel ist.“ Alle Drei sind Fundtiere, kamen im Oktober mit einem so geringen Gewicht und noch dazu teils stark befallen von Würmern und Parasiten zu ihr. Glück gehabt, sonst hätten sie wohl kaum überlebt. Jungigel nämlich sollten mindestens 600 bis 700 Gramm wiegen, damit sie im Winter eine Überlebenschance haben, zumal sie im Schlaf noch dazu 30 Prozent ihres Gewichts verlieren. Oft wachen sie dann vor Kraftlosigkeit im Frühjahr gar nicht mehr auf. Angelika Helten ist sich durchaus bewusst, dass die Igelhaltung nicht artgerecht ist. Aber sie dient dem guten Zweck, nämlich die Igelchen über den Winter zu bringen und dann wieder in die freie Natur zu entlassen. Da, wo sie hingehören.
Aber wenn man so einen Igel gefüttert oder auch gesund gepflegt hat, baut man dann nicht eine solche Verbindung auf, dass man sie gar nicht mehr weglassen mag? Angelika Helten winkt ab: „Nein, Igel sind Einzelgänger und brauchen ihr Revier in der Natur. Ich kann mich gut trennen von meinen stacheligen Freunden.“ Und mit einem Augenzwinkern ergänzt die Tierschützerin: „Die Kleinen, die noch kein Revier hatten, können gehen, wohin sie wollen oder aber unser Grundstück auch zu ihrem Revier machen. Das wäre für sie praktisch, denn draußen gibt’s ‘ne Futterstelle.“ Gesund gepflegte Igel hingegen brächte sie wieder in ihr „altes Revier“.
Die drei Racker, die es sich derzeit in der oberen Etage bequem gemacht haben, geht es inzwischen gut. Tagsüber ist es ruhig im Käfig. Nachts geht’s zur Sache. Dann wird gefressen. „Und Mala baut sich immer wieder gerne ihr Bettchen“, lacht die Bocholterin. „Auch tagsüber schmeißt das Igelchen schon mal mit den Papierschnipseln umher und richtet sich neue ein.“
Die Drei werden keinen Winterschlaf halten, wohl aber die Igel, die jeweils  eines der Einzelzimmer im Gewächshaus bezogen haben. „Einer wiegt bereits sein Kilo“, weiß Angelika Helten. „Im Frühjahr sind die richtig fit - und dürfen sich dann in freier Wildbahn gerne auch fortpflanzen.“ Acht Jahre alt werden sie dann durch- schnittlich, viele aber schafften das gar nicht, weil sie überfahren oder Elektrogeräten im Garten und Osterfeuern zum Opfer fielen.
Angelika Helten macht die Arbeit als Pflegestelle für Igel viel Freude, auch wenn die Tiere richtige Schweinchen sind und der „Saustall“ jeden Tag geputzt werden muss. „Die spitzen Gesichtchen mit den Knopfaugen - doch, die sind schon süß“, sagt sie.  Angelika Helten weiß inzwischen viel über Igel und findet in Tierärztin Dr. Beikirch in Werth gute Unterstützung. Wer einen Igel findet und Rat benötigt, kann sich jederzeit an die engagierte Bocholterin wenden: Tel. 0176-60986196. „Einen Platz habe ich jetzt noch frei“, lacht Helten. „Na, vielleicht kann ich in diesem Winter aus der Dreier-WG noch zwei Zweier machen.“

• Die Putzfrau haben Mala, Lisa und Mucki gleich mitgebucht. Igel sind nämlich echte Schweinchen. (Fotos: Frentzen)

Die nervigsten Straßen Bocholts

• Karolingerstraße: Parkende Fahrzeuge lassen hier nur selten zu, dass man durchgängig „freie Fahrt“ hat. (Foto: Frentzen)

Von Gabi Frentzen

 

Bocholt. Autofahrer, die trotz Tempolimit 30 nicht vom Gas gehen,  Lastkraft-wagen, die in den Wohnungen das Geschirr zum klirren bringen, nervenauf-reibende Parkplatz- suche „vor der eigenen Hütte“ und ständiges Ein- scheren aufgrund einseitigen Parkens und zähem Gegenverkehr. Ja, selbst im beschaulichen Bocholt kann man schon mal die Nerven verlieren. Als Autofahrer. Anwohner. Und auch als Radfahrer. Der Grund: Zu enge, Straße, zu wenig Platz - und oft leider auch zu  wenig Rücksichtnahme...
1960 gab es in Deutschland gerade mal knapp 4,5 Millionen gemeldete Fahrzeuge. 1975 waren es bereits knapp 18 Millionen - und 2016? In diesem Jahr bewegen sich laut Statistik-Portal über 45 Millionen Fahrzeuge auf deutschen Straßen. Mit der Konsequenz: In vielen Innenstädten fehlt es schlichtweg an (Park-)Platz, sind Straßen so stark befahren, dass die Anwohner einfach nur noch genervt sind. In Bocholt ist das an vielen Stellen nicht anders, wie uns Leser auf unserer Suche nach der nervigsten Straße verrieten.

Viele Straßen und Quartiere sind dem heutigen Verkehrsaufkommen einfach nicht mehr gewachsen. Dass es in Bocholt auf bestimmten Straßen immer wieder zu Reibereien kommt, ist bekannt. Aber welche Straße ist definitiv wohl die nervigste in Bocholt. Wir wollten es wissen und haben Leser befragt und dazu auch die entsprechenden Statements der Stadt Bocholt eingeholt....
Stand 31. Oktober 2016: Bocholt zählt 74.258 wohnberechtigte Einwohner, verfügt über 32.712 Haushalte nach Bevölkerung. Diese Einwohner und Haushalte wollen und müssen zumeist auch mobil sein. Will heißen: Der Kraftfahrzeugbestand beläuft sich in Bocholt auf 46.563 Fahrzeuge (Stand: 31. Dezember 2015), davon sind 39.712 PKWs.
Dass da Probleme auftauchen, ist vorprogrammiert.  Um für Ordnung zu sorgen im Straßenverkehr, dafür sorgt das Ordnungsamt der Stadt Bocholt. Dieses überwacht einerseits den ruhenden Verkehr, also: Parkverstöße werden geahndet.
Darüber hinaus ist der städtische Radarwagen im Einsatz. Mit diesem werden bekanntlich Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt und anschließend geahndet. Hier ist die städtische Zuständigkeit nur an Gefahrenstellen gegeben - also an Unfallhäufungsstellen und solchen  Streckenabschnitten, auf denen eine erhöhte Unfallgefahr angenommen werden muss. Auf den Punkt gebracht: Da, wo gerast wird...
Andere Dinge wie Halteverbote, Parkverbote, Zulässigkeit von Bürgersteigparken etc. werden zwischen dem Ordnungsamt und dem Fachbereich Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün abgestimmt. Eingriffe in den so genannten fließenden Verkehr (Anhalten von Verkehrssündern) sind allein Sache der Polizei.
In bestimmten Grenzen wird man damit leben müssen, dass die Verkehrs- und Parksituation in einigen, insbesondere den älteren Quartieren Bocholts schwierig ist, weil es in der Zeit der Entstehung dieser Quartiere nicht so viele Autos gab und schlicht nicht danach gebaut wurde.
Die städtischen Überwachungsaktivitäten richten sich im Schwerpunkt nach Beschwerdelage und Gefahrenpotential. Als "Brennpunkte" würde das Ordnungsamt diese Bereiche dennoch nicht bezeichnen.  Auch am Krankenhaus gibt es immer mal wieder Beschwerden, daher überwacht die Stadt dort regelmäßig. Die meisten parken dort jedoch regelkonform.   

 

Mehr über Bocholts nervigste Straßen lesen sie in der Samstagsausgabe des Bocholter Report vom 26. November 2016.

Besuchen Sie uns auch bei Facebook!